Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

Beitrag veröffentlicht am 29. Januar 2014

Der letzte BDS Newsletter enthält einen Artikel aus dem Themenbereich „Gesundheit“, den wir gerne aufgreifen und hier für unsere Besucher veröffentlichen:

Selbständige leiden häufig unter Muskel- und Rückenschmerzen

Von: Jaqueline Bettels
08.01.2014, 09:50

Körperlich anstrengende Arbeit, meist im Stehen ausgeführt oder eine Tätigkeit im Sitzen: Dies sind die typischen Arbeitsbedingungen eines Selbständigen. Welche Auswirkungen dies auf Gesundheit und Sicherheit haben kann, zeigt ein aktueller Bericht der Bundesregierung.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Selbständigen 2012 war positiv. Foto: Tim Reckmann/pixelio.de

Etwa vier Millionen Selbständige sind in Deutschland tätig, davon etwa 2,2 Millionen als „Solo-Selbständige“. Das heißt: 56 Prozent der Selbständigen haben keinen Beschäftigten und arbeiten allein. Mit den Arbeitsbedingungen dieser speziellen Gruppe unter den Selbständigen hat sich der Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ besonders auseinandergesetzt. Wie ist die Gruppe aufgebaut, und welche Gefahren in Sicherheit und Gesundheit bestehen?

Arbeitsplätze werden sicherer
Allgemein hält die Untersuchung fest, dass sich im Jahr 2012 3,8 Prozent weniger Arbeitsunfälle ereignet haben, als noch im Jahr davor: Deutsche Arbeitsplätze werden also immer sicherer, die Mitarbeiter in Werkstatt und auf dem Bau sind gut geschult.

Durchschnittlich war jeder Arbeitnehmer 2012 etwa zwölf Tage arbeitsunfähig. Es gibt weniger Unfälle auf dem Arbeitsweg sowie weniger Todesfälle im Verkehr oder durch Berufskrankheiten.

Der „Alleingänger“
Von den zwei Millionen Solo-Selbständigen sind etwa 38 Prozent Frauen, das Durchschnittsalter liegt zwischen 35 und 54 Jahren. 42 Prozent der „Alleingänger“ besitzen mindestens einen Fachschulabschluss. Viele Solo-Selbständige arbeiten in den Bereichen „freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ (15 Prozent), „Dienstleistungen im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung“ (13 Prozent), „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (11 Prozent) sowie im „Baugewerbe“ (11 Prozent).

Allein oder mit Beschäftigten?
Im Vergleich zu ihren selbstständigen Kollegen mit Beschäftigten unterscheidet sich ihre Arbeit und deren Ausübung wenig. 49,4 Prozent der Solo-Selbständigen und knapp 52 Prozent der Selbständigen mit Mitarbeitern arbeiten täglich im Stehen, Arbeit mit den Händen wird auf beiden Seiten zu 43,1 Prozent und 44,6 Prozent ausgeübt.

Als gesundheitlich belastend empfinden die Selbständigen vor allem das Arbeiten unter einer so genannten „Zwangshaltung“: Knapp 40 Prozent leidet unter einer kontinuierlichen ungesunden Haltung an Schreibtisch oder Werkzeug.

Die häufigsten Beschwerden: Rückenschmerzen und laufende Nase
Selbständige, egal ob mit oder ohne Mitarbeiter, leiden aufgrund ihres Arbeitsplatzes häufig unter Muskelbeschwerden und Schmerzen in Rücken, Armen und Knien. Aufgrund von auftretenden Dämpfen und Rauch während der Arbeitszeit geben 18,6 Prozent ein „Laufen der Nase und Niesreiz“ an, fast 14 Prozent kämpfen mit brennenden und juckenden Augen.

Psychosomatische Beschwerden, wie Nervosität, Niedergeschlagenheit oder körperliche Erschöpfung, treten in beiden Gruppen selten auf. 40 Prozent der Solo-Selbständigen haben keinerlei Beschwerden dieser Art, ein Drittel hat ein oder zwei dieser Beschwerden. Bei den Selbständigen mit Mitarbeitern sind 31,7 Prozent beschwerdefrei und etwa 28,8 Prozent mit ein oder zwei psychischen Beschwerden.

Der allgemeine Gesundheitszustand ist in beiden Gruppen gleich positiv: 34 Prozent berichten von einem ausgezeichneten oder sehr guten Gesundheitszustand, nur 18 Prozent geben eine weniger gute bis schlechte Gesundheit an.